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Bürgerdialog 1 zur Zukunft von Kleineschholz (Freiburg) gestartet – heiße Diskussionen zwischen Kleingärten und Wohnungssuche

Am 12. Juli 2018 fand von 18:00 bis 21:00 Uhr der erste von drei Bürgerdialogen zum Wettbewerb Kleineschholz statt. Ziel des durch Jörg Faltin moderierten Bürgerdialogs war es, die Öffentlichkeit über die Leitgedanken und Inhalte des Wettbewerbs zu informieren und zudem einen wichtigen vorbereitenden Beitrag für die Wettbewerbsteilnehmer, in Form der Planungsanregungen aus der Sicht der Bürgerinnen und Bürger, zu formulieren. Insgesamt beteiligten sich etwa 120 Personen an den Diskussionen und lieferten wichtige Beiträge für den Wettbewerb.

 

Die inhaltliche Einführung erfolgte im Plenum durch Bürgermeister Prof. Dr. Martin Haag, Daniela Ullrich des Bürgervereins Stühlinger e.V., sowie Jörg Faltin. Anschließend konnten die interessierten Bürgerinnen und Bürger an vier Themenständen Fragen stellen und ihre Anregungen und Hinweise zu den vier Leitthemen geben:

  • Städtebau, Quartiersbildung, Nachbarschaft,
  • Mobilität und Verkehr,
  • Freiraum und grüne Infrastruktur,
  • Wohnen und soziale Infrastruktur.

Im Anschluss an die Gespräche in den vier Themenständen fanden sich alle Beteiligten zu einem abschließenden Plenum zusammen. Dort berichteten die Moderatorinnen und Moderatoren – mit Unterstützung einzelner engagierter Bürgerinnen und Bürgern – über die Gespräche und Inhalte aus den einzelnen Ständen. Daran anschließend stand Dr. Gabi Lebherz, von der Projektgruppe Neue Wohnbauflächen (ProWo) des Freiburger Stadtplanungsamtes, dem Plenum für weitere Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Zum Abschluss der Veranstaltung gab Bürgermeister Prof. Dr. Martin Haag einen Ausblick auf die weiteren Schritte des Verfahrens.   

Die Bürgerinnen und Bürger nutzten das Plenum als Möglichkeit, nochmals auf die für sie wesentlichen Gedanken zum geplanten Verfahren sowie ihre Kritik daran zu äußern. Dabei wurde deutlich, dass es für die Entwicklung des Quartiers Kleineschholz zwei sehr unterschiedliche Interessengruppen gibt: die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner und die Wohnungssuchenden. Von beiden Gruppen wurde der Wunsch nach guten Kompromissen und Lösungen geäußert, der die unterschiedlichen Bedürfnisse beider Gruppen gerecht berücksichtigt. Dennoch verstehen die Bürgerinnen und Bürger das Projekt als Chance für die Gestaltung eines sozial wie auch räumlich gut funktionierenden neuen Stadtquartiers. Den Grünflächen soll sowohl in Sinne eines guten Stadtklimas als auch von hochwertigen öffentlichen Räumen eine besondere Beachtung geschenkt werden, vor allem als zukünftige Orte des gemeinsamen Miteinanders und einer gut funktionierenden Nachbarschaft. Neben den Ansprüchen an den Freiraum wurde klar geäußert, dass sich die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner von Kleineschholz ein sozial verträgliches Quartier wünschen, in dem besonders auch auf faire Mietpreise und soziale Mischungen geachtet werden soll.

Kritisch wurde angemerkt, dass bestehende Gärtnerprojekte und Freiraumkonzepte der Bürgerinnen und Bürger seitens der Stadt keine Berücksichtigung finden. Ebenso wurde kritisch zum Ausdruck gebracht, dass der Gemeinderatsbeschluss vom 10. Mai 2015 (G-16/062), welcher sich zum Umgang mit den bestehenden Kleingärten äußert, nicht in der Auslobung aufgenommen worden sei. Dieser besagt, dass „die Verwaltung beauftragt [wird], bei ihren Planungen dafür Sorge zu tragen, dass eine größtmögliche Zahl von Kleingärten im Plangebieten erhalten werden kann.“

Die unterschiedlichen Interessenlagen von Kleingärtnern und Wohnungssuchenden im Projekt Kleineschholz liegen auf der Hand. Zum Abschluss betonte Prof. Dr. Martin Haag, dass eine gute Lösung nur in einem guten Kompromiss zu finden sei. Er plädierte dafür, dass Projekt Kleineschholz als Chance zu verstehen: als Chance für Beteiligung, Diskurs und dem gemeinsamen Ziel der Schaffung eines hochwertigen städtebaulichen und freiräumlichen Quartiers. Er verwies dabei auf die Möglichkeiten, die das gewählte Verfahren des zweistufigen Wettbewerbs mit einem hohen Anteil an Bürgerbeteiligung und einer damit verbundenen Transparenz bietet und forderte die Bürgerinnen und Bürger nochmals dazu auf, sich aktiv am Gestaltungsprozess zu beteiligen.Der zweite Bürgerdialog findet am 22. September 2018 in die Aula der Max-Weber-Schule statt. Zu diesem Termin werden die Ergebnisse der Teams aus der ersten Stufe des Verfahrens zur Verfügung stehen und können direkt mit den Planerinnen und Planern diskutiert werden.

Weitere Termine im Verfahren:

  • Bürgerdialog 2 „Anregungen“: 22.09.2018 – 14:00 Uhr
  • Bürgerdialog 3 „Ergebnis“: 07.02.2018 – 18:00 Uhr

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: Freiburg Kleineschholz

 

 

© Faltin+Sattler

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